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Die Republik Polen |
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Die Republik Polen - Eine kleine politische
Landeskunde
Dieter Bingen
AKTUELL im Günter Olzog Verlag (1999)
ISBN 3-87959-556-9
DM 16,80 |
Also wenn mich jemand nach aktuellen Infos zu Polen ganz allgemein fragt, sei es
für ein Referat oder einfach nur aus Interesse, dann empfehle ich zuallererst dieses Buch
hier! Wie der Titel schon sagt: Eine kleine politische Landeskunde vom Leiter des
Deutsch-Polnischen Instituts Darmstadt.
Dieses Buch deckt fast das ganze Spektrum dessen ab, was es Wissenswertes über Polen
gibt. Nach einem kurzen Vorspann über Landschaften, Klima, Pflanzenwelt und Bodenschätze
geht es zur Sache: konzentrierte Geschichte Polens bis 1980 auf ca. 30 Seiten. Direkt
anschliessend ein spannender Schwerpunkt mit Vorgeschichte des Systemwechsels 1980-89 und
polnischer Demokratie 1989-98. Schnipp - da sind die ersten hundert Seiten fast schon
verbraten... Danach Informationen aus allen gesellschaftlichen, politischen und
wirtschaftlichen Bereichen: Verfassung, Rechtssystem, Verwaltung, Legislative, Exekutive,
Parteien, Armee, Politische Kultur, Demographie, Nationale Minderheiten,
Religionsgemeinschaften, Medienlandschaft, Bildung, Wirtschaft, Ökologie, Aussenpolitik
und dem deutsch-polnischen Verhältnis.
Trotz der Vielfalt der Themen und der Beschränkung auf ca. 200 Seiten bietet dieses
kleine Buch einen zwar knappen, aber umfassenden Informationshintergrund zum besseren
Verständnis unseres wichtigsten osteuropäischen Nachbarn Polen. Dabei ist dieses Buch
bei aller Sachlichkeit auch noch relativ angenehm geschrieben, will heissen: von aussen
beobachtend und analysierend, aber auch stärken und schwächen der polnischen Seele
aufdeckend.
Ich kann dieses Buch daher nur wärmstens weiterempfehlen - wer sich für Polen
interessiert sollte es in seinem Bücherschrank haben !!! ... zumal bei einem Preis
von lediglich 16,80 ...
Und ein kleiner Tipp für Lehrer: dieses Buch ist die ideale Reisevorbereitung für den
nächsten Schüleraustausch. |
Polen |
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Polen
Thomas Urban
Verlag C.H. Beck (1998)
ISBN 3-406-39875-8
DM 22,- |
Ein ebenfalls sehr gutes Buch, zwar in direkter Konkurrenz zu Bingen, aber auch
eine gute Ergänzung, da die Schwerpunkte etwas anders liegen.
"Das Land - Von den Gestaden der Ostsee bis zur Hohen Tatra" - das ist der
grosse erste Block, der sich bis Seite fünfzig erstreckt. Nicht wie bei Bingen fünf
Seiten über Klima und Pflanzenwelt etc., sondern eine ausführlichere Beschreibung
einzelner Landschaften und wichtiger Städte Polens, mit einem kurzen Abriss der
jeweiligen historischen Entwicklung. Insofern gerät der sich anschliessende
Geschichtsteil auch wesentlich kürzer als bei Bingen, da ja schon vorgearbeitet wurde.
Ein Kapitel mit dem ich nicht ganz warm werde, heisst "Neue Nachbarn - alte
Rechnungen". Darin wird das Verhältnis der Polen zu ihren neuen Nachbarn beschrieben
- die alten Nachbarn DDR, Tschechoslowakei und Sowjetunion gibt es ja nun nicht mehr. Es
ist einerseits ganz interessant und deckt sich zum Teil auch mit meinen Erfahrungen - nur
frage ich mich, ob es nötig ist das in einem Buch diesen Umfangs in zwei drei Sätzen
klischeehaft wiederzugeben. Letztendlich ist es eine Geschmacksfrage...
...wie auch immer. Danach kommen noch zwei grosse Blöcke: "Politik und
Wirtschaft", sowie "Gesellschaft und Kultur". Der Politikteil ist sehr gut
lesbar und stellt die Entwicklung zum Status Quo dar - ohne aber wie Bingen ins Detail zu
gehen und einfach mal Fakten auf den Tisch zu legen. Wer also auf die schnelle mal wissen
will welche Funktion ein "Bürgerrechtsbeauftragter" oder ein
"Hauptverwaltungsgericht" ausübt, der greift besser zu Bingen. Dafür erhält
man bei Urban einen besseren Überblick zu Gesellschaft und Kultur - dem letzten grossen
Block dieses Buches. Dort gibt es einen allgemeinen Überblick über Literatur, Theater,
Musik, Malerei, Film, Traditionen, Sprache, Amerikanisierung der Jugend, Antisemitismus
und Religion (wobei ich beim Stichwort Religion wieder zu Bingen greifen würde).
Da ich sowieso schon die ganze Zeit am Vergleichen bin: vom Informationsgehalt her
bietet Bingens Landeskunde bei gleichem Umfang mindestens das doppelte, ausserdem
sachlicher und neutraler. Dafür liest sich dieses Buch von Thomas Urban viel lockerer und
ergänzt das andere ganz gut. Was natürlich nicht im geringsten heissen soll, dass man es
nur als Ergänzung zu Bingen lesen kann - es kommt eben ganz darauf an weshalb man so ein
Buch überhaupt liest. Will man "Fakten, Fakten, Fakten" für den Einstieg liest
man Bingen, fährt man nach Polen in den Urlaub und will sich etwas über Land, Geschichte
und aktuelle Probleme informieren, so sollte man besser zu Thomas Urban greifen, denn dort
geschieht die Informationsvermittlung in sehr viel aufgelockerterer Form. |
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