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Kiedys wrocisz tu...
Lipinska, Dambska
TAiWPN UNIVERSITAS (1997)
ISBN 83-7052-959-3
zl 33,50
In Polen erhältlich |
Das Buch, das ich unbedingt anpreisen möchte, heißt "Kiedys wrocisz
tu...". Es ist mit Unterstützung des Instytut Polonijny Uniwersytetu Jagiellonskiego
erschienen. Ich habe es in Krakau für 33,50 Zloty (also nicht mal 17 DM!) erstanden.
Bisher habe ich mich erst mit der ersten Lektion so richtig auseinandergesetzt, meine aber
trotzdem nach intensiverem Herumblättern ein Urteil über das Buch abgeben zu können. Es
ist tatsächlich gut, aber ich muss zugeben, dass ich schon fast beschlossen hatte, es zu
kaufen, als ich es mir noch gar nicht so genau angesehen hatte, einfach deshalb, weil ich
beim ersten Hineinsehen zufällig auf die Seite stieß, auf der der Text zu einem meiner
Lieblingslieder "Nie przenoscie nam stolicy do Krakowa" abgedruckt ist.
"Kiedys wrocisz tu..." (allein der Titel spricht ja schon alle Polen-Fans
an...): es ist ein Polnisch-Lehrbuch für Fortgeschrittene. Da es nicht speziell für
Deutsche, sondern generell für Ausländer ist, sind auch sämtliche Erläuterungen und
Übungen auf polnisch. Das Buch beinhaltet auf seinen 350 Seiten 15 Lektionen, die jeweils
in drei Teile untergliedert sind: in einen sog. Kommunikationsteil, einen Textteil und
einen Grammatikteil.
Der Kommunikationsteil steht in jeder Lektion unter einem bestimmten Motto (z.B.
Ausdruck der eigenen Meinung, Empörung und Protest, Komplimente etc.) und beginnt immer
mit Zeitungsausschnitten zu den verschiedensten Themen (die meist etwas mit Polen zu tun
haben). Es folgen - deshalb "Kommunikationsteil" - passend zum "Motto"
der jeweiligen Lektion Wendungen und Ausdrücke wie man sie im Alltag verwendet, jeweils
unterteilt nach dem Grad der Emotionalität der Aussage.
Der Textteil setzt sich zusammen aus einem (wer hätte es gedacht?) Text und
Erläuterungen (auf polnisch s.o.) zu Vokabeln, die im Text auftauchen, Übungen wie
Verständnisfragen zum Text, Übungen zur Wortbildung (z.B. wie bilde ich das Adjektiv zu
einem bestimmten Substantiv?) und zur Erweiterung des Wortschatzes (z.B. Finden von
Synonymen). Dann werden idiomatische Wendungen vorgestellt - wieder mit einem
anschließenden Übungsteil, in dem man die vorgestellten Wendungen in einen Lückentext
einfügen muss. Schließlich folgt ein Teil, in dem der Lernende aufgefordert ist,
mündlich oder schriftlich zu verschiedenen Fragen/Themen Stellung zu nehmen, sprich
selber auf polnisch einen Text zu formulieren. Den Abschluss des Textteiles bildet immer
ein Gedicht.
Das letzte Drittel einer jeden Lektion ist ein Grammatikteil, der alles beinhaltet, was
das Herz so begehrt, was man so gelegentlich mal wieder auffrischen sollte oder (je nach
Vorkenntnissen) wovon man so genau vielleicht noch gar nichts gehört hat. Hier geht es um
Wortbildung, Verneinung, Zahlwörter, Diminutive, direkte und indirekte Rede, Passiv und
vieles mehr. Auch zum Grammatikteil gehören wieder eine Reihe von Aufgaben, in denen man
das just Gelernte üben kann. Und zu allen Übungen gibt es am Ende des Buches die
Lösungen!
Laut Vorwort ist das Buch für den Unterricht mit einem Lehrer gedacht, aber meiner
Meinung nach bietet es auch jedem, der sich damit zu Hause alleine in sein Kämmerlein
setzt, genug Möglichkeiten, Wortschatz und Grammatikkenntnisse zu erweitern und zu
vertiefen (zumal es wie gesagt einen Schlüssel zu den Übungen gibt). Allein das
Erscheinungsbild der Texte ist in diesem Buch schon sehr ansprechend: durch die Verwendung
verschiedener Schriftarten, Schriftgrößen, Fettdruck und kleiner Zeichnungen wirkt das
alles sehr aufgelockert und übersichtlich. Aber auch inhaltlich sprechen die Texte an, in
denen man am Rande etwas über Polen - oft auch über Krakau (es ist eben ein echt
Krakauer Lehrbuch) - erfahren kann. Wenn ich in meiner Begeisterung für dieses Buch jetzt
ein paar Wermutstropfen ausfindig machen sollte, müsste ich mir etwas aus den Fingern
saugen! Vielleicht hätte manch einer lieber noch eine detailliertere Vokabelliste zu den
Texten, aber wie gesagt, das Buch ist für Fortgeschrittene, da muss man nicht jedes Wort
erläutern, außerdem gehört zum Erlernen einer Sprache ja nicht nur ein stures
Abarbeiten von vorgegebenen Aufgaben, sondern auch ein Stück Eigeninitiative - also
(z.B.) raus mit den Karteikarten und unbekannte Vokabeln aufschreiben!