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Frühgeschichte
Frühe Piasten
Timeline

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Frühgeschichte und Staatsgründung

Das einzige was man von der Besiedlung Polens ganz sicher weiß ist, dass man eigentlich so gut wie nichts weiß... Es gibt einfach viel zu wenige aussagekräftige Quellen und deren Interpretationen widersprechen sich teilweise sogar. Christi Geburt : zu dieser Zeit siedelten auf dem Gebiet Polens germanische Stämme. Diese begannen sich Ende des 2. Jahrhunderts allerdings in Richtung Osten/Südosten zu bewegen und räumten das Gebiet bis etwa 400 fast vollständig. Erst danach, wahrscheinlich ausgelöst durch den Hunnensturm, begannen sich slawische Stämme aus dem Osten in dem fast menschenleeren Gebiet auszubreiten und anzusiedeln. Die schlechte Qualität der Böden tat ihr übriges um eine schnelle Binnenkolonisation zu fördern, da eine große Mobilität erforderlich war. Soviel geht aus der Geschichte der Völkerwanderungen in Europa hervor - wie es dann allerdings zur Ausbildung eines Staatswesens gekommen ist bleibt weiterhin nur sehr schemenhaft. Die Vita des Slawenapostels Methodios spricht von einem mächtigen Staat der Wislanen, der bereits gegen 840 existiert haben soll und nach griechischem Ritus christianisiert gewesen sein soll. Der weitere Weg zu einer eigenständigen staatlichen Entwicklung wurde aber vermutlich durch ungarische Übergriffe unterbunden. Unter Fürst Arpad drangen die Magyaren nach Mitteleuropa vor und wüteten dort für über ein halbes Jahrhundert. Erst deren vernichtende Niederlage, die sie 955 in der Schlacht auf dem Lechfeld bei Augsburg gegen König Otto I. hinnehmen mussten und die zum vollständigen Rückzug ins ungarische Stammland führte, öffnete den Weg zur staatlichen Konsolidierung Polens. Die Zeit war günstig dazu, denn auch die deutschen Könige machten keine Anstalten das Reich gen Osten auszuweiten. Sie schickten sich vielmehr an auch Könige des viel attraktiveren Italien zu werden - eine Vorraussetzung um die Kaiserwürde zu erhalten und damit die Führerschaft der abendländischen Christenheit. 960 einigte also Herzog Mieszko I. die polnischen Stämme und gründete einen Staat der Polanen - POLEN.

Mieszko I.Es gibt aber dennoch einiges an Ungereimtheiten. In Chroniken und Reiseberichten, zum Beispiel in der Chronik des sächsischen Mönchs Widukind von Corvey oder der des Bischofs Thietmar von Merseburg, wird Mieszko I. immer als Herrscher eines leistungsfähigen, gefestigten Staatswesens beschrieben. Des Weiteren scheint es, selbst für diese Zeit erwähnenswerte, überaus krasse soziale Gegensätze zwischen Adel und Bauern gegeben zu haben... Es stellt sich die Frage woher dieser Mieszko eigentlich kam und wie er es geschafft hat, in so kurzer Zeit einen so straff organisierten und "gereiften" Staat aufzubauen. Eine Zeit lang gab es eine "Überschüttungstheorie", die eine Erklärung in der Eroberung des polnischen Gebiets durch eine fremde Macht suchte und parallelen zu nordgermanischen, wikingischen Staatsgründungen sah. Eine solche Herkunft Mieszkos wird heute aber ausgeschlossen...